
In Deutschland gibt es noch viele ungenutzte Flächen, die mit Solarmodulen nachhaltigen Strom erzeugen könnten. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, haben viele Bundesländer bereits eine Solarpflicht eingeführt. Das bedeutet, dass Dächer unter bestimmten Bedingungen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden müssen. Welche Regelungen in der Rhein-Main-Region gelten und ob eine bundesweite Solarpflicht eingeführt wird, erfährst du hier.
Was bedeutet Solarpflicht?
Die Solarpflicht ist eine gesetzliche Vorgabe zur Installation von Solaranlagen, meistens Photovoltaikanlagen, manchmal auch Solarthermie. Sie dient als konkrete Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele durch den Einsatz und Ausbau erneuerbarer Energien. In der Regel müssen Solaranlagen auf Neubauten installiert oder im Zuge von Dachsanierungen angebracht werden. Das Ziel ist, die Photovoltaik-Leistung bis 2030 von den aktuellen rund 55 auf 200 Gigawatt zu erhöhen. Eine einheitliche bundesweite Regelung zur Solarpflicht gibt es derzeit allerdings nicht.
Welche Klimaziele hat Deutschland?
Klimaschutz und die Erreichung der Klimaziele sind in Deutschland allgegenwärtig . Besonders wichtig sind die Senkung der CO2-Emissionen und das Erreichen der Klimaneutralität bis 2045. Bis 2030 sollen die Treibhausgas-Emissionen um 65 % reduziert werden. Zudem ist geplant, den Bruttostromverbrauch bis 2030 zu mindestens 80 % aus erneuerbaren Energien zu decken. 2022 lag dieser Anteil noch bei rund 46 %. Durch die Solarpflicht soll die Energiewende weiter vorangetrieben werden, um eine Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erreichen.
Wo gilt die Solarpflicht 2024 in Deutschland?
Die Solarpflicht ist aktuell Ländersache. In einigen Bundesländern gibt es bereits Vorschriften für die Installation auf Gewerbe- und Privatbauten, während andere noch keine Solarpflicht eingeführt haben oder diese auf den kommunalen Bereich beschränken.
Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg gilt seit dem 1. Januar 2023 eine Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen. Das bedeutet, dass bei neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie bei grundlegenden Dachsanierungen bestehender Gebäude Photovoltaikanlagen installiert werden müssen. Auch offene Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen müssen mit Solaranlagen ausgestattet werden.
Bayern
In Bayern gibt es seit 2023 eine Solarpflicht für neue Nichtwohngebäude, die gewerblich oder industriell genutzt werden. Ab 2025 soll diese Pflicht ausgeweitet werden. Geplant ist eine Photovoltaikpflicht auch für Wohngebäude und bei vollständigen Dachsanierungen. Die Solarpflicht gilt jedoch nicht für Gebäude mit einer Dachfläche bis zu 50 m² oder für Gebäude wie Garagen und Schuppen.
Hessen
In Hessen müssen neue landeseigene Gebäude und neue Parkplätze mit mehr als 50 Stellplätzen künftig mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Diese Regelung zielt darauf ab, die Nutzung von Solarenergie zu fördern und die Energiewende voranzutreiben. Städte und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern müssen zudem kommunale Wärmepläne ausarbeiten.
Solarpflicht in anderen Bundesländern
Auch in anderen Bundesländern, die nicht zum naturwaerme-Gebiet gehören, gibt es ähnliche Regelungen:
- Berlin: Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen für alle Dächer (Neubauten und Bestandsgebäude, deren Dächer saniert werden) mit einer Fläche von mehr als 50 Quadratmetern.
- Hamburg: Neubauten müssen mindestens 30 % der Bruttodachfläche mit Solaranlagen ausstatten, bei Dachsanierungen gilt dies für 30 % der Nettodachfläche.
- Brandenburg: Solarpflicht für Gebäude, die überwiegend öffentlich oder gewerblich genutzt werden, sowie für Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen.
Kommt die bundesweite Solarpflicht?
Die Regelungen zur Solarpflicht sind Ländersache – und dabei wird es in absehbarer Zeit wohl auch bleiben. Die Ampel-Koalition möchte zwar eine bundesweite Solarpflicht für Photovoltaikanlagen auf gewerblichen Neubauten einführen. Für private Neubauten heißt es aber nur, dass Solar dort „die Regel werden“ soll. Auch im Bestand ist die nachträgliche Installation einer Solaranlage bisher nicht verpflichtend.
Ob und in welcher Form eine umfassende bundesweite Solarpflicht für alle Gebäude kommen wird, ist damit weiterhin unklar. Fakt ist allerdings, dass Solarenergie einer der zentralen Bausteine zum Erreichen der Klimaneutralität ist. Eine Regelung auf Bundesebene hätte den Vorteil, dass man deutschlandweit einheitliche Maßnahmen hätte und Solar deutlich schneller und unkomplizierter ausbauen könnte.
Ob Pflicht oder nicht – Solarenergie zahlt sich aus!
Ob Pflicht oder nicht – mit einer PV-Anlage auf dem Dach profitierst du auf alle Fälle. Du trägst nicht nur zur Erreichung der Klimaziele bei, sondern senkst auch deine Energiekosten und machst dich unabhängiger von fossilen Brennstoffen. Wenn du mehr über die Möglichkeiten und Vorteile von Photovoltaikanlagen erfahren möchtest, stehen wir von naturwaerme dir gerne zur Verfügung. Besuche uns in unserer Energiewelt in Mainaschaff oder Bruchköbel und erfahre mehr über unsere Photovoltaiklösungen!


