
Viele Verbraucher und Unternehmen fragen sich, wie die neue Strom-Abgabe ihren Strompreis beeinflussen wird und ob sie spürbare Mehrkosten mit sich bringt. In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Fakten zur geplanten Strom-Umlage der Bundesregierung zusammen und erklären, welche Auswirkungen die neue Strom-Abgabe auf Haushalte und Unternehmen haben könnte.
Warum soll eine neue Abgabe kommen?
Die Bundesregierung plant die Einführung eines Kapazitätsmechanismus, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Dabei geht es darum, Reservekraftwerke – insbesondere Gaskraftwerke – bereitzuhalten, falls erneuerbare Energien wie Wind und Sonne zeitweise nicht genügend Strom liefern.
Betreiber dieser Reservekraftwerke sollen für ihre Bereitschaft entlohnt werden. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, bis 2030 Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von bis zu 20 Gigawatt (GW) auszuschreiben. Die Finanzierung soll über den Klima- und Transformationsfonds sowie über die neue Strom-Umlage erfolgen.
Was bedeutet die neue Strom-Abgabe für Verbraucher?
Eine zusätzliche Umlage im Strompreis
Sobald die Reservekraftwerke einsatzbereit sind, wird eine neue Umlage auf den Strompreis aufgeschlagen. Diese betrifft alle Stromkunden – private Haushalte ebenso wie Unternehmen. Die genaue Höhe der Abgabe ist noch nicht offiziell festgelegt. Sie soll die Kosten für die Bereithaltung der Reservekraftwerke decken, die im Falle von Dunkelflauten oder Preisspitzen einspringen.
Wie teuer könnte es werden?
Erste Schätzungen gehen davon aus, dass eine durchschnittliche Familie mit Mehrkosten von 1 bis 3 Euro pro Monat rechnen muss. Im Vergleich zur Gesamtstromrechnung ist das eine eher geringe Summe. Mehrere Quellen sprechen von einer geringen Erhöhung pro Kilowattstunde, die im Alltag kaum spürbar ist, aber bei hohem Verbrauch langfristig ins Gewicht fallen könnte.
Einführung frühestens ab 2028
Nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung soll die neue Strom-Abgabe frühestens ab 2028 eingeführt werden. Die genaue Umsetzung hängt von der Fertigstellung und dem tatsächlichen Bedarf der Reservekraftwerke ab. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die politische Diskussion entwickelt und ob Anpassungen bei der Höhe der Umlage oder der Finanzierungsstruktur vorgenommen werden.
Die wichtigsten Eckpunkte:
- Ziel der Maßnahme: Finanzierung von Gaskraftwerken als Reserve für Dunkelflauten
- Finanzierungsquelle: Teil über Umlage, Teil über Klima- und Transformationsfonds
- Voraussichtliche Kosten: 1–3 € pro Monat für Haushalte
- Einführungszeitraum: Spätestens ab Ende der 2020er Jahre
- Kritikpunkte: Kostenverteilung, Zahlungsbelastung für Verbraucher & Industrie
Kritik & politische Debatte
Die Pläne der Bundesregierung stoßen auf deutliche Kritik. Grünen-Politiker Michael Kellner bezeichnet die Maßnahme als problematisch und wirft der Regierung vor, die Kosten auf Verbraucher*innen und die Industrie abzuwälzen. Seiner Meinung nach sei die Umlage nicht nur teuer, sondern belaste Haushalte und Unternehmen zusätzlich, die bereits mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen haben.
Zudem steht die Einführung der neuen Umlage im Widerspruch zu früheren politischen Versprechen. Im Koalitionsvertrag war eine Senkung der Stromsteuer um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde vorgesehen – ein Ziel, das bislang nicht umgesetzt wurde. Kritiker sehen darin einen Bruch politischer Zusagen und befürchten, dass die Maßnahme das Vertrauen der Bevölkerung in die Energiepolitik schwächt.
Die Debatte zeigt deutlich, dass Kostenverteilung, Auswirkungen auf Verbraucher und Industrie sowie die langfristige Versorgungssicherheit zentrale Streitpunkte bleiben, die auch in den kommenden Jahren weiter diskutiert werden dürften.


