
Wer in eine Photovoltaikanlage investiert, möchte eine langfristige, zuverlässige Lösung mit hoher Effizienz und maximalem Ertrag. Eine der wichtigsten Entscheidungen dabei: Welcher Modultyp ist der richtige? Die meisten Solarmodule auf dem Markt sind entweder Glas-Glas- oder Glas-Folie-Module. Doch worin genau liegen die Unterschiede – und welches Modul lohnt sich auf lange Sicht mehr?
Unterschiede im Aufbau
Der grundlegende Unterschied zwischen Glas-Glas- und Glas-Folie-Modulen liegt in der Bauweise:
Glas-Glas-Module: Die Solarzellen sind zwischen zwei dünnen Glasschichten eingebettet – eine vorne, eine hinten. Diese Bauweise schützt die empfindliche Technik optimal vor äußeren Einflüssen.
Glas-Folie-Module: Hier besteht die Vorderseite ebenfalls aus Glas, aber die Rückseite aus einer Kunststofffolie. Das macht die Module leichter, aber auch weniger widerstandsfähig.
Auf den ersten Blick mag das kein großer Unterschied sein, doch in der Praxis spielt die Wahl der richtigen Technologie eine entscheidende Rolle für die Lebensdauer, Stabilität und den Ertrag einer Photovoltaikanlage.
Lebensdauer und Degradation
Ein entscheidender Vorteil von Glas-Glas-Modulen ist ihre deutlich höhere Lebensdauer. Während Glas-Folie-Module nach etwa 20 bis 25 Jahren spürbar an Leistung verlieren, bleiben Glas-Glas-Module auch nach 30 Jahren noch über 85 % ihrer ursprünglichen Leistung erhalten. Ihre robuste Bauweise schützt die Solarzellen langfristig vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, UV-Strahlung oder Temperaturschwankungen.
Glas-Folie-Module hingegen sind anfälliger für eine sogenannte potenzialinduzierte Degradation (PID), die zu einem schleichenden Leistungsverlust führt. Besonders in feuchten oder stark schwankenden Klimabedingungen kann das die Effizienz der Module erheblich beeinträchtigen.
Wer langfristig plant, fährt mit Glas-Glas-Module also deutlich besser. Ihre stabilen Materialien sorgen für eine konstante Leistungsfähigkeit und verringern den Wartungsaufwand erheblich
Höherer Ertrag dank bifazialer Technologie
Ein großer Vorteil von Glas-Glas-Modulen ist ihre Fähigkeit, Licht von beiden Seiten zu nutzen. Diese sogenannte bifaziale Technologie bedeutet, dass sie nicht nur das direkte Sonnenlicht von oben aufnehmen, sondern auch reflektiertes Licht von unten verwerten können.
Das macht sich besonders auf hellen oder reflektierenden Untergründen wie Kiesdächern oder Betonflächen bemerkbar: Hier kann der Energieertrag um bis zu 30 % höher ausfallen als bei herkömmlichen Glas-Folie-Modulen.
Stabilität und Widerstandsfähigkeit
Photovoltaikanlagen sind das ganze Jahr über Wind, Wetter und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Besonders auf Dächern, die starken Belastungen durch Schnee, Sturm oder Hagel ausgesetzt sind, ist die Wahl der richtigen Module entscheidend.
Glas-Glas-Module sind besonders stabil und widerstandsfähig. Sie halten hohen Schneelasten stand und sind weniger anfällig für Mikrorisse, die die Leistung der Solarzellen beeinträchtigen können. Auch Hagelschlag oder starke Windböen können ihnen kaum etwas anhaben.
Glas-Folie-Module hingegen sind weniger robust. Die Kunststofffolie auf der Rückseite kann mit der Zeit spröde werden oder sich unter starkem Druck verformen. Das kann dazu führen, dass sich feine Risse in den Solarzellen bilden, die den Energieertrag nach und nach verringern.
Sicherheit und Brandschutz
Ein oft übersehener, aber entscheidender Faktor bei der Wahl der Solarmodule ist der Brandschutz.
Glas-Glas-Module bieten hier einen klaren Vorteil, denn Glas ist nicht brennbar. Sollte es in seltenen Fällen zu einer Überhitzung oder einem elektrischen Defekt kommen, bleibt die Gefahr einer Brandausbreitung minimal.
Glas-Folie-Module hingegen bestehen auf der Rückseite aus Kunststoff – ein Material, das sich unter hoher Hitze verformen oder sogar entzünden kann. In Gebäuden, auf denen Photovoltaikanlagen jahrzehntelang in Betrieb sind, ist ein möglichst hoher Sicherheitsstandard essenziell.
Wirtschaftlichkeit: Höhere Anfangsinvestition, aber besserer Ertrag
Glas-Glas-Module sind in der Anschaffung etwas teurer als Glas-Folie-Module. Doch dieser Preisunterschied relativiert sich schnell, wenn man die gesamte Lebensdauer der Anlage betrachtet.
Durch ihre längere Haltbarkeit, geringere Degradation und höhere Erträge sorgen Glas-Glas-Module für eine bessere Wirtschaftlichkeit über die gesamte Laufzeit der Anlage. Sie benötigen weniger Wartung, liefern über Jahrzehnte hinweg stabil hohe Erträge und machen sich dadurch langfristig bezahlt.
Welche Module passen am besten zu dir?
Die Wahl zwischen Glas-Glas und Glas-Folie hängt von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem von deiner Dachkonstruktion, deinen finanziellen Vorstellungen und deinen langfristigen Zielen.
Wir bei naturwaerme setzen in den meisten Projekten auf Glas-Glas-Module, weil sie aus unserer Erfahrung die zuverlässigere und wirtschaftlichere Lösung sind. Ihre hohe Stabilität, lange Lebensdauer und zusätzlichen Ertragspotenziale durch bifaziale Technologie machen sie für viele unserer Kunden zur besten Wahl.
Aber: Es gibt auch Fälle, in denen Glas-Folie-Module eine sinnvolle Alternative sein können – etwa wenn das Gewicht der Module eine Rolle spielt oder wenn die Kosten im Vordergrund stehen. Deshalb beraten wir dich individuell und helfen dir, die beste Lösung für dein Dach zu finden.
Lass dich unverbindlich beraten! Gemeinsam schauen wir, welche Photovoltaiklösung für dich am meisten Sinn macht – effizient, wirtschaftlich und zukunftssicher.


